Campingurlaub im Corona-Sommer 2020 mit der Familie

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Ein Familien-Reisebericht aus dem Corona-Sommer 2020

Corona und Camping?

Ziemlich früh, so im April 2020, während des 1. Lockdown stand für uns fest, den Campingurlaub wie wir ihn kannten, wird für uns nicht stattfinden. Mit zwei kleinen Kindern, zu der Zeit 4 und 6 Jahre alt, können die neuen Regeln und unsere eigenen Hygieneansprüche nicht so einfach realisiert werden. Hinzu kommen eigene Vorerkrankungen und die Einstufung zur Risikogruppe. Die letzten Jahre waren wir mit unterschiedlichen VW Bus Campern unterwegs und bei längeren Urlauben hatten wir ergänzend manchmal einen Wohnwagen dabei.

Camping Urlaub im Corona-Sommer 2020 mit der Familie

Im Frühjahr 2020 war für uns alle Corona / Covid19 neu. Wir stellten uns die Fragen:

  • Kann man die Sanitäreinrichtungen auf Campingplätzen noch beruhigt benutzen?
  • Könnte man sich vielleicht auch auf dem Autobahn-WC anstecken?
  • Wie können wir sicher Abstand halten und eine Ansteckung vermeiden?

Viele Freunde und Kunden stellten sich die gleichen Fragen und schließlich gab es täglich um 20.00 Uhr neue Horror-Nachrichten, Regeln und Verbote. Nichts war so richtig planbar – wohin darf man im Sommer reisen, welche Übernachtungsmöglichkeiten können zuverlässig gebucht werden.

Ein neuer Campervan

VW T6 Fiat Ducato

Leider hatte unser Wohnwagen kein richtiges Duschbad und ausreichend flexibel sind wir mit dem Gespann auch nicht. Aber schon seit einigen Jahren reifte die Idee eines Campervans, extra für Familien. Und so entstand der Prototyp- und Testwagen #B4f_Kidscamper auf Basis eines Fiat Ducatos. Auf Grund der sehr hohen Nachfrage von Ausbaumaterialien und Corona-bedingten Schließungen bei Produzenten der Zuliefererindustrie, zog sich das Campervan-Projekt etwas in die Länge. Unsere 1. Urlaubswoche verbrachte ich somit Rund-um-die Uhr in der Werkstatt und meine Frau und ich feierten unseren Hochzeitstag gemeinsam mit den Freunden Makita, Festool und Bosch.

Was für eine Katastrophe

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Wir sind endlich mit dem #B4f_Kidscamper unterwegs.

Zum Ende der 1. Urlaubswoche war der KidsCamper dann aber abfahrbereit und es ging Mitte Juli Richtung Süden. Die Regierung empfahl den Urlaub in Deutschland zu verbringen und so steuerten wir hoffnungsvoll Garmisch-Partenkirchen an.

Was für eine Katastrophe!  Ein absoluter Ausnahmezustand – alles war überfüllt, kein freier Campingplatz mehr und es war erst Mitte Juli. Die meisten Bundesländer hatten noch keine Ferien.  Die Gemeinde versuchte mit Ausweich-Stellplätzen auf Supermarkt-Parkplätzen kurzfristig zu reagieren. Aber Campingurlaub auf dem Supermarkt-Parkplatz? Nein-Danke!

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Unser AmiCocker Lenny ist immer dabei.

Also ging es ohne Übernachtung weiter nach Reutte/Tirol und einer der Transitplätze hatte auch noch den einen oder anderen Stellplatz frei. Zu der Zeit existierte Corona in vielen österreichischen Köpfen wohl nicht mehr, denn wir wurden ganz ungläubig mit unseren Mund-Nasen-Schutz angesehen und eine besondere Hygiene auf den Bädern war auch nicht festzustellen.

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Transitplatz in Reutte

Irgendwie fühlten wir uns dort nicht richtig wohl und mit 9 Grad war es uns morgens auch einfach zu kalt – also hielten wir nach der 1. Nacht mit unseren Kindern einen Familienrat ab. Zur Wahl standen, zurück an die regnerische ungemütliche Küste oder an unseren Wohlfühlort Gardasee, ins Corona-„Risikogebiet“.

Harte Familienregeln

Durch unsere gute Vernetzung im Bereich Socialmedia, z.B. auf Instagram oder in diversen Facebook-Gruppen, war uns der Tenor bekannt „Italien zu meiden“. Aber wir wollten Sonne, Strand und warmes Wetter, und schließlich haben wir die Dusche und Toilette an Bord. Wir fragten unsere 4- und 6-jährigen Jungs, ob wir unter bestimmten Regeln, nach Italien wollen? Wir sagten Ihnen aber auch, dass es jederzeit sein kann, dass wir den Urlaub wegen Corona abbrechen und nach Hause zurück müssten.

Unsere Familienregeln enthielten:

  • Keine Spielplätze
  • Keine Freizeitparks
  • Kein Shopping
  • Keine Restaurants
  • Kontakt zu anderen Kindern, nur mit Abstand

Also nur wir 4, mit unserem Hund Lenny, in der Natur und am Strand! Unsere Kinder stimmten dem zu und verstanden es auch. Es klingt zwar hart, aber dennoch war die Vorfreude riesig und es ging auch sofort los.

Gardasee und Corona

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Camping Lido / Gardasee

Wir haben zu dieser Jahreszeit noch nie so wenige Fahrzeuge auf dem Brenner gesehen und die Camper konnte man an einer Hand abzählen. Taten wir das Richtige, fragten wir uns immer wieder. Am Gardasee angekommen, erwartete uns eine Leere, wie man sie vor 10 Jahren außerhalb der Vorsaison kannte. Es war jedoch Mitte Juli und umso erschrockener waren wir, als wir auf dem großen Campingplatz zu Fuß uns einen Stellplatz aussuchten. Der Campingplatz wirkte wie ausgestorben, die vielen Clampingzelte waren alle nicht aufgebaut und wir fanden direkt am Wasser noch freie Parzellen. Von den gefühlt 500 Mobilheimen waren vielleicht 20 belegt -so kannten wir diesen, jetzt Geister-Campingplatz, nicht.

Am Empfang wurde wirklich sehr vorbildlich auf Hygiene und Abstand geachtet und dieser Eindruck setzte sich bei den Bädern und im Restaurant fort. Wir fühlten uns absolut sicher, konnten Abstand halten und genossen den Strand, sowie die Pizza aus dem Restaurant, welche wir vor unserem Campervan, im Sonnenuntergang, aßen.

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Unser Stellplatz, direkt am Gardasee

Unsere Kinder waren glücklich, wir waren happy und unsere eigenen „harten“ Familienregeln störten uns alle überhaupt nicht. Diese Erfahrungen teilten wir auf unseren Social-Media-Kanälen, denn die Überfüllung der deutschen Touri-Hotspots war das Thema schlecht hin.

Wir werden mutig

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Zufahrt nach Lacona

Nach ca. 1 Woche am Gardasee packte uns alle das Fernweh, und wir kontaktierten unseren Lieblings-Campingplatz auf Elba. Einen Tag später standen wir dann auch als einziger Camper vor der Fähre zur Trauminsel. Waren wir übermütig, denn der einzige Camper auf der Fähre zur Hauptsaison, ist schon etwas komisch. Maskenpflicht überall auf der Fähre und Desinfektionsspender an jeder Ecke, vermittelten einen sicheren Eindruck und schließlich gab es in der gesamten Pandemie kaum nennenswerte Infektionen auf der Urlaubsinsel.

Der familiengeführte Campingplatz war mit ca. 30% Auslastung schon deutlich belebter, wie der große CP am Gardasee. Umso mehr freuten wir uns, dass unsere Parzelle direkt am Lacona Beach angrenzte. Einen dauerhaften Blick auf das Mittelmeer und jede Nacht bei Meeresrauschen schlafen – Sandstrand, Sonne, warmes Wasser, wenige Menschen – ein Urlaubsparadies im Corona-Sommer 2020.

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nur 2 m vom Mittelmeer entfernt

Und die Hygiene? Bespielhaft! Täglich 5-6x Desinfektion des Bades, auch mit einem Luftzerstäuber/Luftreiniger, überall Desinfektionstücher, auf jeder Dusche nochmal extra Desinfektionsspray und viele Desinfektionsspender – und dass, bei einem kleinen, privat geführten Campingplatz.

Der Rückweg

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viel Platz in Pisa, deutsche und italienische Warnapp`s

Nach einigen Tagen ging es wieder in Richtung Norden und wir wagten einen Abstecher nach Pisa. Nur 5 Gehminuten vom schiefen Turm parkten wir auf einem überwachten Parkplatz – die Besucherzahlen hielt sich arg in Grenzen und wir hatten keine Probleme unseren Wohlfühlabstand zu anderen zu halten.

Auf dem Rückweg hielten wir noch einige Tage am nördlichen Gardasee – welcher nun schon deutlich stärker besucht war. Über das Wochenende, Ende Juli, hatte der CP eine Auslastung von ca. 80% – aber auch hier wurde sehr auf Hygiene geachtet und wir waren sehr willkommen.

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Camping nördl. Gardasee

Nach über 10 Jahren Urlaub in Italien, kennt man den einen oder anderen Bootsvermieter, Restaurantbesitzer, Boutique-Besitzer und alle meinten, dass dieses Jahr sehr schwer wird, wirtschaftlich zu überleben. Wir hoffen sehr, dass besonders die kleineren Geschäfte diese Krisenzeiten wirtschaftlich überleben und wir in 2021 alle, mit der gleichen Herzlichkeit und gesund wieder treffen.

Unsere Kids haben unseren größten Respekt verdient, sie haben nicht ein Mal über unsere Familien-Urlaubsregeln gemurrt, immer fleißig ihre Masken getragen, obwohl sie dazu noch nicht gesetzlich verpflichtet waren. Für uns alle war es einer der, wenn nicht, der schönste Urlaub überhaupt.

Der deutsche Schock 

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Irgendwann im August fuhren wir über das Wochenende auf den Darss, unmittelbar vor unserer Haustür. Die Meldungen von überfüllten Stränden und Gedränge auf den Promenaden waren uns natürlich bekannt. Aber unsere Kids sollen natürlich auch Ihre Heimat kennen.

Auf dem kleinen, zu 100% gefüllten Campingplatz angekommen, schauten wir uns die Sanitäreinrichtungen an. Das war eine richtige Katastrophe oder besser gesagt ein richtiger Schock – bei 300-400 Campern, nur je 3 Duschen und 3 Toiletten für männlich und weiblich und nur eine (!) Reinigung täglich. Selbstverständlich waren die nachmittags bereits sehr dreckig und auf Grund der Größe der Sanitäreinrichtung war ein Abstand halten nicht möglich. Wir hatten die Wahl zwischen, abreisen und Toilette/Dusche im Camper zu benutzen. Wir entschieden uns für letzteres und genossen das tolle Strandwochenende. Da unser Kidscamper für 2-3 Tage autark campen konzipiert ist, war es kein Problem.

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Man muss zu dem CP aber auch erwähnen, dass die Mitarbeiter nur saisonale Angestellte sind und der Platz einer Investmentfirma gehört – so wie uns andere Camper erzählten.

Tagesausflüge mit dem Camper

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Wildpark MV bei Güstrow

Regelmäßig sind wir als Familie am Wochenende, manchmal auch nur einen Tag mit dem Camper unterwegs. Wir fühlen uns sicherer und wohler, wenn wir die Toilette dabei haben und nicht auf die Örtlichkeiten der Sehenswürdigkeiten oder der Autobahn-Raststätten angewiesen sind bzw. diese meiden können.

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Ivenacker Eichen bei Stavenhagen

Kleine Kinder fassen nun mal überall an und können sich nicht so bedacht bewegen, wie Erwachsene – und auf andauernd zu sagen „fass dies nicht an“, „pass da auf“ haben wir nun wirklich keine Lust.

Clamping im Oktober

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Mobilheim am Gardasee

Und so kam es auch, dass wir in den frühen Herbstferien mit dem KidsCamper nochmal nach Italien, zu einem Mobilheim fuhren. Keine Nutzung der öffentlichen Toiletten, durch die Nutzung vom KidsCamper, reduziert dann doch den Stress.

Anfang Oktober stiegen die Infektionszahlen überall wieder deutlich an und für viele Europäer blieb zu dem Zeitpunkt nur noch das „sichere“ Italien, wenn man nochmal Sonne tanken wollte. Demzufolge waren auch viele Campingplätze am südlichen Gardasee ausgebucht und so entschieden wir uns für die Nutzung eines Mobilheimes. Auch im Sommer hatten wir überlegt ein Mobilheim zu nutzen, aber wir verstehen nicht, wie man sich bei 3 Wochen Urlaub so ein Urlaubsdomizil für 5000-6500 Euro für 3 Wochen leisten kann/ will. Nun in der Nachsaison war es wesentlich günstiger.

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Blick vom La Rocca auf Bardolino

Wir waren viel in der Natur unterwegs, besuchten die Wasserfälle und wanderten auf den La Rocca. Jede Minute genossen wir, denn wir ahnten bereits – es wird für sehr lange Zeit der letzte Urlaub gewesen sein.

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Blick auf den La Rocca, Garda

Fazit:

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Sonnenuntergang in Bardolino

Wir haben als Familie das Beste aus diesem Corona-Sommer gemacht und sind sehr stolz auf unsere Jungs, wie diese mit dieser Pandemie umgehen. Nun hoffen wir, dass die Urlaubssaison 2021 mindestens so ähnlich wie in 2020 stattfinden kann und somit schmieden wir auch schon neue Urlaubspläne. Und der KidsCamper wird in einer nächsten Ausbaustufe weiter optimiert und hübsch gemacht.

Autor:

Frank Peters, CEO und Marketing bei B4f Handel UG – Bus4fun.de

Hinweis:

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