Familiencamper aus einem Kastenwagen: unser Fiat Ducato Umbau
Wohin mit dem Kinderreisebett, wo spielen die Kinder bei Regen, und was bleibt am Ende an Zuladung übrig? Das sind die Fragen, die im Campingurlaub mit zwei kleinen Kindern zuerst eng werden. Für dieses Projekt haben wir sie zum Ausgangspunkt gemacht und einen Camper gebaut, der von vornherein für eine Familie gedacht war.
Warum kein Bus, sondern ein Kastenwagen
Der übliche Weg zum Camper führt über einen Bus, VW T5 oder T6. Für zwei Personen geht der Grundriss auf, mit Kindern wird er knapp: die Schlaffläche ist dieselbe Fläche, auf der tagsüber gesessen wird, und für ein festes Bad ist kein Platz.
Entschieden haben wir uns für einen Fiat Ducato. Er ist mit großem Abstand die meistverkaufte Basis für Camper mit 3,2 bis 3,5 t Zulassung, und deshalb gibt es sehr viele Ausbauteile, die genau für dieses Fahrzeug gemacht sind.
Die Basis
Gekauft haben wir 2020 einen Ducato L5H2 mit EU-Tageszulassung aus April desselben Jahres und 10 km auf der Uhr. Ab Werk hatte er Euro6-D Temp, Klimaanlage, Tempomat und Zentralverriegelung. Alle Angaben in diesem Bericht sind der Stand dieses Umbaus, nicht der heutige Konfigurator.
Schlafen auf zwei Ebenen
Geschlafen wird in diesem Camper auf zwei Ebenen. Oben sitzt ein nachrüstbares Aufstell-Schlafdach, dessen Zeltstoff sich hochrollen lässt. Dann entsteht in der zweiten Ebene eine Terrasse. Die Basis ist ein Reimo Aufstelldach, das wir für dieses Fahrzeug optimiert haben. Die Farbe des Zeltstoffs ist wählbar.
Die Matratze misst ca. 120 × 180 cm und lässt sich optional auf 200 cm verlängern. Von Zeltstoff zu Zeltstoff sind es in der Breite knapp 130 cm. Eine Markise passt trotzdem noch daneben. Nachrüstbar war das Dach auf den gängigen Ducato und seine Derivate Jumper und Boxer in den Fahrzeuglängen 5,99 m und 6,36 m. Ob es in dieser Form noch zu haben ist, klärst du am besten vor der Planung mit dem Dachhersteller.
Der Innenraum
Im Innenraum schafft ein variables Sitzsystem Platz. Den meisten Wert haben wir auf die große Spiel- und Schlaffläche gelegt. Sie misst 187 × 150 cm. Dort passt auch ein Kinderreisebett vernünftig hin. Wie viele Sitzplätze am Ende zugelassen sind und wo Kindersitze montiert werden dürfen, hängt am Sitzsystem und an der Eintragung. Das gehört geklärt, bevor gebaut wird.
Das Bad misst 110 × 83 cm, dazu kommen Stauraum, ein Kühlschrank mit 50 l, ein Waschbecken und ein Herd mit 2 Flammen. Dusche und Toilette an Bord waren der eigentliche Grund für den Umbau. Ausgelegt haben wir den Wagen auf 2 bis 3 Tage Autarkie.
Die Innenverkleidung
Die Innenraumverkleidung haben wir selbstverständlich mit unserem B4F Original Carpet-Filz gemacht (3 mm stark, 390 g/m², 100 % Polyester, schwer entflammbar). Blankes Blech bleibt blankes Blech: es ist kalt, wenn ein Kind dagegen fasst, und es wirft jedes Geräusch zurück.
Im Kastenwagen ist mehr Fläche zu verkleiden als im Bus, und die Radkästen fallen größer aus. Dort zahlt sich die Dehnbarkeit in alle vier Richtungen aus: den Filz ziehst du über die Wölbung, ohne dass sich ein Stoß bildet. Wie wir dabei vorgehen, steht in der Anleitung zum Camper filzen. Erhältlich ist der Filz in Anthrazit, Silbergrau und Steingrau. Alle Filzvarianten findest du unter Carpet-Filz.
Gewicht und Zuladung
Der Punkt, den man bei einem Familiencamper zuerst unterschätzt. Fahrfertig, mit Markise, Fahrradträger, 4 Stühlen, Tisch und SUP, lagen wir damals bei 3,0 t, daraus ergab sich eine Zuladung von 500 kg. Das war der Stand dieses Prototypen, deiner wiegt am Ende das, was du hineinbaust.
Was das Fahrzeug ist und was nicht
Der Wagen, intern der KidsCamper, ist ein Prototyp und ein Testfahrzeug, kein Serienprodukt. Wir sind damit im Sommer 2020 als Familie an den Gardasee und weiter nach Elba gefahren.
Du planst etwas Ähnliches und willst die Innenverkleidung selbst machen? Bestell dir vorher ein kostenloses Muster, dann kannst du die Beschaffenheit des Filzes sehen und fühlen.
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