Mehr Schlafplätze im Van: Dachzelt, Aufstelldach oder Hochdach

22. Sep 2026
Fuhrpark von Bus4Fun mit verschiedenen Dachvarianten nebeneinander

Im Van schlafen zwei Personen bequem, spätestens zu viert wird es eng. Wer Schlafplätze dazubekommen will, landet bei einer von drei Lösungen: Dachzelt, Aufstelldach oder festem Hochdach.

Jede Art der Schlafplatz-Erweiterung hat ihre Vor- und Nachteile, und wir sagen dir, welche. In den letzten Jahren haben wir mehr als 300 Aufstelldächer von unterschiedlichen Herstellern und für verschiedene Fahrzeugtypen montiert. Wir kennen also auch die Stellen, an denen die Sachen im Alltag nerven.

Dachzelt

Dachzelte sind für viele Leute der Einstieg ins mobile Campen, und sie gehen auch auf einem PKW.

Dafür:

  • günstig in der Anschaffung
  • lässt sich meistens einfach demontieren, wenn du es saisonal nicht brauchst
  • lässt sich gut weiterverkaufen, wenn du dich später doch für ein festmontiertes Aufstell- oder Hochdach entscheidest
  • auch für Leasingfahrzeuge geeignet
  • 2 bis 3 zusätzliche Schlafplätze

Dagegen:

  • keine Stehhöhe im Van, der bleibt H1
  • oft schlechte Isolierung
  • heizen geht nur mit einer externen Heizung
Dachzelt mit Markise auf einem Bus von Bus4Fun

Aufstelldach

Dafür:

  • Stehhöhe im Van
  • geringe Aufbauhöhe, das spart Kraftstoff
  • mit Reißverschluss im Zeltstoff (Opensky- oder Panorama-Funktion) wird aus dem Dach eine kleine Terrasse mit Ausblick, meistens gegen Aufpreis
  • 2 zusätzliche Schlafplätze
  • lässt sich mit einer im Van verbauten Heizung beheizen
  • erhöht den Verkaufswert vom Van

Dagegen:

  • schlechte Isolierung
  • sollte regelmäßig gepflegt werden
  • bei Regenwetter muss der Zeltstoff getrocknet werden

Der letzte Punkt ist der, an den beim Kauf niemand denkt: nass eingefahren bleibt der Stoff nass. Du stellst das Dach zu Hause also noch einmal auf, bevor es wochenlang geschlossen steht.

Aufstelldach auf einem VW T6

Festes Hochdach

Dafür:

  • Stehhöhe im Van
  • 2 zusätzliche Schlafplätze
  • lässt sich mit einer im Van verbauten Heizung beheizen
  • beste Isolierung der drei Lösungen
  • ganzjährig und bei jedem Wetter geeignet
  • zusätzlicher Stauraum, auch während der Fahrt

Dagegen:

  • höherer Kraftstoffverbrauch
  • Parkplatzprobleme wegen der Höhe
  • keine Panorama-Funktion
Van mit festem Hochdach

Was bei der Montage passiert

Aufstelldach und Hochdach sind keine Anbauteile: die Dachhaut wird aufgeschnitten. Der Ablauf ist immer derselbe: innen demontieren, Schnittkanten anzeichnen, Dachhaut aufschneiden, Schnittkanten versiegeln, Dach setzen. Danach steht der Bus innen erst einmal ohne Verkleidung da, und der Himmel muss angepasst werden. Bei Fahrzeugen mit Klimahimmel oder Komforthimmel ist das der aufwendigere Teil, nicht das Dach selbst.

Aufgeschnittene Dachhaut bei der Montage eines Aufstelldachs

Montiert haben wir unter anderem an VW T5, T6 und T6.1, am Mercedes Vito mit langem Radstand, am Renault Trafic und am Fiat Ducato, mit Dächern von Reimo und SCA.

Der offene Dachausschnitt und der Himmel werden danach mit Filz verkleidet, weil er sich über Rundungen ziehen lässt und die Schnittkante verdeckt. Unser B4F Original Carpet-Filz ist 3 mm stark, 390 g/m², 100 % Polyester und schwer entflammbar. Er lässt sich in alle vier Richtungen dehnen (4-Wege-Superstretch) und hält auf Holz, Kunststoff und Metall, auch direkt auf einer Armaflex-Isolierung. Die Bahnen findest du unter Carpet-Filz.

VW T6 von innen, Dachverkleidung mit B4F Carpet-Filz

Für wen sich was eignet

  • Dachzelt: wenn das Fahrzeug geleast ist, wenn du im Sommer unterwegs bist oder erst ausprobieren willst, ob Reisen mit Dachschlafplatz überhaupt deins ist.
  • Aufstelldach: wenn du Stehhöhe willst, die Aufbauhöhe aber niedrig bleiben soll, und wenn du mit der Pflege des Zeltstoffs leben kannst.
  • Hochdach: wenn du ganzjährig fährst, Stauraum brauchst und den höheren Verbrauch und die Parkplatzsuche in Kauf nimmst.

Ein Punkt, den man vor der Entscheidung klären sollte und nicht danach: Gewicht des Dachs und zulässige Dachlast hängen am Fahrzeug und am Dachtyp. Zur Einordnung: Volkswagen nennt für den T6.1 eine zulässige Dachlast von 100 kg bei zwei Dachträgern und 150 kg bei mindestens drei, und ein Hartschalen-Dachzelt wiegt laut Herstellerangaben je nach Größe rund 60 bis 80 kg. Beides gehört vor der Montage am konkreten Fahrzeug durchgerechnet, gerade wenn Träger, Solarmodule oder eine Markise dazukommen sollen.

Du verkleidest den Innenraum selbst und bist bei der Farbe unsicher? Bestell dir ein kostenloses Muster, dann siehst du Anthrazit, Silbergrau und Steingrau bei deinem Licht im Fahrzeug, nicht am Bildschirm.

Du hast Fragen oder möchtest ein Angebot? Schreibe uns: Kontakt